Entstanden direkt aus dem eigenen Unterricht
Meine Lernenden nutzten KI schon lange, bevor sie ein Teil meines Unterrichts wurde. Sie ließen Texte schreiben und Fehler korrigieren. Mir wurde schnell klar, dass Verbote überhaupt nichts bringen. Lernende müssen verstehen, wie sie KI als Werkzeug nutzen und trotzdem selbst denken.
Auf meiner eigenen Suche fand ich vor allem theoretische Beiträge. Bei praktischen Fragen gab es dagegen kaum Antworten: Wie trainiert man mit KI gezielt das Sprechen? Wie lässt man sich Fehler erklären, ohne dass die KI die ganze Aufgabe übernimmt? Und wie nutzen Lehrkräfte diese Werkzeuge, ohne die didaktischen Entscheidungen abzugeben?
Genau hier entstand die Idee für diese Plattform. Nicht am Schreibtisch als Geschäftskonzept, sondern direkt aus der Praxis und aus meiner Suche nach einer ehrlichen Antwort auf die Frage, wie KI beim Deutschlernen wirklich nachhaltig helfen kann.
Der erste Schritt mit SmartLanguageAI
Aus dieser Idee entstand zunächst SmartLanguageAI. Mein erster Ansatz war sehr konkret: Ich entwickelte eine eigene Anwendung für Deutschlernende auf dem Niveau A2. Sie sollte beim Schreiben unterstützen, Fehler verständlich erklären und zeigen, wie man Texte selbst verbessert. Es war eine Art digitales Trainingslager für die Prüfungsvorbereitung.
Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich bereits intensiv mit künstlicher Intelligenz. Ich gab Workshops und entwickelte Kurse für Einsteiger. Dabei ging es mir nie nur darum, einzelne Werkzeuge vorzustellen. Mich interessierte vor allem die Frage, wie Menschen diese Technologie verstehen und sinnvoll für ihr eigenes Lernen nutzen können.
Durch diese Arbeit wurde mir immer deutlicher, dass eine einzelne Anwendung zu kurz greift. Lernende brauchen nicht einfach automatisch erstellte Antworten. Sie müssen lernen, KI als Lernpartner zu nutzen, ohne das eigene Denken abzugeben. Gleichzeitig brauchen auch Lehrkräfte Orientierung, didaktisch sinnvolle Materialien und konkrete Beispiele für ihren Unterricht.
So entwickelt sich aus diesem ersten Projekt Schritt für Schritt eine wachsende Plattform: ein Ort für das Deutschlernen, den DaF-/DaZ-Unterricht und den verantwortungsvollen Einsatz künstlicher Intelligenz.
Was mir auf dieser Plattform wichtig ist
KI kann vieles erleichtern. Sie kann erklären, korrigieren und beim Üben unterstützen. Sie kann den Lernprozess aber auch abkürzen, wenn sie einfach alle Aufgaben übernimmt. Dann entsteht schnell der Eindruck, man habe etwas gelernt, obwohl man nur eine fertige Antwort kopiert hat.
Deshalb geht es hier nicht darum, möglichst viele KI-Tools vorzustellen. Entscheidend ist, wie sie eingesetzt werden. KI soll zum Nachdenken anregen, sinnvolle Rückmeldungen geben und selbstständiges Lernen fördern. Sie soll weder die Lehrkraft noch den eigenen Lernprozess ersetzen.
Ich möchte einen Ort schaffen, an dem Lernende und Lehrkräfte praktische und didaktisch fundierte Unterstützung finden. Ohne unnötigen technischen Fachjargon und ohne das falsche Versprechen, dass KI alle Probleme mit einem Klick löst.
Wer hinter dieser Plattform steht
Ich bin Jasmin und unterrichte Deutsch als Fremdsprache. Im Unterricht erlebe ich jeden Tag, wobei Lernende Unterstützung brauchen und welche Erklärungen wirklich weiterhelfen. Ich sehe aber auch, wie überzeugend eine KI falsche Antworten formulieren kann, sodass man ihr beinahe selbst glaubt.
Neben dem Unterricht beschäftige ich mich intensiv mit Sprachdidaktik und künstlicher Intelligenz. Ich entwickle Workshops, erprobe neue Einsatzmöglichkeiten und teste Werkzeuge gründlich. Besonders kritisch werde ich, wenn ein Tool verspricht, alle Probleme mit einem Klick zu lösen. Die Wahrheit ist: Das tut keines.
LearnGermanWithAI.com verbindet didaktisches Wissen mit Erfahrung aus dem Unterricht und einer gesunden Portion Skepsis. Das Projekt entsteht nicht hinter verschlossenen Türen. Es wächst mit meinen Erfahrungen und mit den Fragen, die Lernende und Lehrkräfte im Alltag beschäftigen.
Und ja, auch hier arbeitet KI mit
Natürlich nutze ich KI auch beim Aufbau dieser Plattform. Für mich ist sie wie ein vielseitiger Arbeitskollege: Sie unterstützt mich bei der Texterstellung, bei neuen Ideen und bei technischen Fragen. Alles andere wäre bei einem Projekt über künstliche Intelligenz auch etwas widersprüchlich.
Die Erfahrungen, die didaktischen Entscheidungen und die Haltung hinter dem Projekt stammen von mir. Vorschläge der KI übernehme ich nicht ungeprüft. Ich hinterfrage, überarbeite und verändere sie regelmäßig. Effizienter zu arbeiten bedeutet für mich nicht, die eigene Verantwortung abzugeben.
Diese Plattform soll mit ihren Nutzern wachsen
LearnGermanWithAI.com ist bewusst nicht als fertige Plattform gestartet. Sie soll Schritt für Schritt wachsen und sich an echten Bedürfnissen orientieren. Am Anfang stehen verständliche Anleitungen, konkrete Ideen und praxiserprobte Materialien. Später kommen Kurse, Workshops und weitere Angebote hinzu.
Langfristig soll hier nicht nur meine eigene Perspektive vertreten sein. Auch andere Fachleute und Lehrkräfte sollen ihr Wissen einbringen, Gastbeiträge schreiben oder eigene Angebote vorstellen können. Weder eine einzelne Person noch eine künstliche Intelligenz hat auf jede Frage die beste Antwort.
Auch wenn die Technologie das manchmal anders sieht.
Mein Ziel ist ein Ort, an dem wir Wissen teilen und Neues ausprobieren. Ein Ort, an dem wir Technologie kritisch, aber ohne Berührungsangst nutzen. Für Menschen, die Deutsch lernen. Für Menschen, die Deutsch unterrichten. Und für alle, die Sprachdidaktik und künstliche Intelligenz sinnvoll miteinander verbinden möchten.
Ideen, Fragen oder Kritik?
Dieses Projekt soll nicht an den Menschen vorbeientwickelt werden , die diese Plattform später nutzen. Wenn dir ein Thema fehlt, du eine Idee hast oder etwas kritisch siehst, melde dich bitte einfach bei mir.
Auch wenn du dein Wissen durch einen Gastbeitrag oder einen Workshop einbringen möchtest, bist du herzlich willkommen.
Ich freue mich über ehrliches Feedback. Ein einfaches „Das versteht kein Mensch“ ist manchmal viel hilfreicher als zehn höfliche Komplimente.
